Category : Thema der Woche

Wann braucht ein Gebäudeschaden einen Sachverständigen vor Ort?

Fotos, Videos, Unterlagen, Schreibtischprüfung oder Ortstermin: Welche Form der Schadenaufnahme sinnvoll ist, hängt vom konkreten Schaden, der Fragestellung und der vorhandenen Informationslage ab.

Bei einem Gebäudeschaden stellt sich häufig sehr früh eine praktische Frage:

Muss ein Sachverständiger das Gebäude zwingend vor Ort besichtigen – oder kann eine erste fachliche Einschätzung auch anhand von Fotos, Videos und Unterlagen erfolgen?

Eine pauschale Antwort darauf wäre unseriös.

Denn weder ist jeder Gebäudeschaden vom Schreibtisch aus zuverlässig zu beurteilen, noch benötigt jeder Schadenfall von Beginn an denselben Umfang einer Vor-Ort-Untersuchung.

Aus sachverständiger Sicht kommt es vielmehr darauf an, welche Fragestellung beantwortet werden soll, welche Informationen bereits vorliegen und welche Erkenntnisse für eine belastbare Bewertung noch fehlen.

Ein Ortstermin ist kein Selbstzweck

Die Besichtigung eines Schadens vor Ort gehört zu den wichtigsten Werkzeugen der Sachverständigentätigkeit.

Am Gebäude können beispielsweise räumliche Zusammenhänge erkannt, Bauteile untersucht, Schadenverläufe nachvollzogen und Angaben der Beteiligten mit der tatsächlichen Situation abgeglichen werden.

Es gibt daher zahlreiche Fälle, in denen eine persönliche Untersuchung am Schadenort erforderlich oder zumindest fachlich sehr sinnvoll ist.

Trotzdem sollte die erste Frage nicht automatisch lauten:

„Wann kann der Sachverständige zum Ortstermin kommen?“

Sinnvoller ist zunächst die Frage:

Welche Informationen benötigen wir, um den nächsten fachlich richtigen Bearbeitungsschritt festzulegen?

Genau hier beginnt eine strukturierte Schadenbearbeitung.

Welche Möglichkeiten gibt es vor einem Ortstermin?

Je nach Schadenbild und Aufgabenstellung können bereits vor einer Besichtigung unterschiedliche Informationen ausgewertet werden.

1. Fotos des Schadens

Fotos können eine wertvolle Grundlage für eine erste Einschätzung darstellen.

Sie können beispielsweise zeigen:

  • welche Bauteile betroffen sind,
  • wie sich ein Schadenbild darstellt,
  • welchen ungefähren Umfang eine sichtbare Beschädigung besitzt,
  • ob weitere Untersuchungen erforderlich erscheinen.

Die Aussagekraft hängt allerdings stark von der Qualität und Auswahl der Bilder ab.

Ein Detailfoto eines Risses sagt beispielsweise wenig über dessen Bedeutung aus, wenn nicht erkennbar ist, wo sich der Riss befindet, über welche Bauteile er verläuft und in welchem konstruktiven Zusammenhang er steht.

Ein einzelnes Foto ersetzt deshalb nicht automatisch eine sachverständige Untersuchung.

2. Videos vom Schadenort

Videos können gegenüber Einzelbildern einen zusätzlichen Vorteil bieten:

Sie vermitteln häufig besser die räumlichen Zusammenhänge.

Ein Video kann beispielsweise zeigen, wie unterschiedliche Räume, Bauteile oder Schadenstellen zueinander liegen.

Auch hier gilt jedoch:

Die Qualität der fachlichen Beurteilung hängt davon ab, was dokumentiert wurde und welche Fragestellung beantwortet werden soll.

3. Technische und objektbezogene Unterlagen

Für eine fachliche Vorprüfung können vorhandene Unterlagen ausgesprochen wertvoll sein.

Dazu gehören je nach Schadenfall beispielsweise:

  • Grundrisse,
  • Bauzeichnungen,
  • frühere Schadenfotos,
  • Handwerkerrechnungen,
  • Angebote,
  • Messprotokolle,
  • Reparaturunterlagen,
  • technische Produktinformationen,
  • Dokumentationen früherer Maßnahmen.

Gerade bei komplexeren Schadenfällen können solche Unterlagen helfen, erste Zusammenhänge zu erkennen und einen späteren Ortstermin gezielter vorzubereiten.

Was ist eine Schreibtischprüfung bei einem Gebäudeschaden?

Unter einer Schreibtischprüfung verstehen wir die fachliche Prüfung eines Sachverhalts auf Grundlage der bereits vorhandenen Informationen und Unterlagen, ohne dass zu diesem Zeitpunkt zwingend eine Besichtigung vor Ort erfolgt.

Eine solche Prüfung kann beispielsweise helfen, folgende Fragen zu beantworten:

  • Sind die vorhandenen Informationen überhaupt ausreichend?
  • Welche technischen Fragestellungen bestehen?
  • Welche Unterlagen fehlen noch?
  • Ist eine erste fachliche Einordnung möglich?
  • Welche Untersuchungen wären vor Ort erforderlich?
  • Ist ein Ortstermin der nächste sinnvolle Schritt?

Die Schreibtischprüfung ist damit nicht zwangsläufig ein Ersatz für einen Ortstermin.

Sie kann vielmehr eine Vorqualifizierung des Schadenfalls ermöglichen.

Wann ist ein Sachverständiger vor Ort besonders wichtig?

Ein Ortstermin gewinnt insbesondere dann an Bedeutung, wenn wichtige Informationen nicht anderweitig zuverlässig gewonnen werden können.

Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn:

  • die Schadenursache unklar ist,
  • unterschiedliche Ursachen voneinander abgegrenzt werden müssen,
  • Bauteile oder Konstruktionen untersucht werden müssen,
  • Schadenbilder auf Fotos nicht eindeutig erkennbar sind,
  • räumliche oder konstruktive Zusammenhänge relevant sind,
  • Messungen erforderlich werden,
  • Angaben und tatsächlicher Zustand voneinander abweichen,
  • der Umfang eines Schadens zuverlässig festgestellt werden muss.

Insbesondere bei komplexeren Gebäudeschäden kann die persönliche Untersuchung deshalb unverzichtbar sein.

Nicht jeder Schaden benötigt denselben Prozess

Ein häufiger Fehler in Arbeitsabläufen besteht darin, sehr unterschiedliche Schadenfälle zunächst gleich zu behandeln.

Dabei kann zwischen verschiedenen Fällen ein erheblicher Unterschied bestehen.

Ein überschaubarer und gut dokumentierter Sachverhalt stellt andere Anforderungen als beispielsweise ein Gebäudeschaden mit:

  • unklarer Ursache,
  • mehreren beteiligten Gewerken,
  • Vorschäden,
  • komplexer Konstruktion,
  • widersprüchlichen Angaben oder
  • umfangreichen Folgeschäden.

Deshalb sollte auch der Bearbeitungsweg unterschiedlich sein können.

Das Ziel besteht nicht darin, möglichst viele Ortstermine zu vermeiden.

Ebenso wenig besteht es darin, möglichst jeden Schaden sofort vor Ort untersuchen zu lassen.

Das Ziel sollte sein:

Den fachlich notwendigen Aufwand zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen.

Gute Schadenregulierung beginnt vor dem Schadenort

Aus unserer täglichen Sachverständigenpraxis zeigt sich immer wieder, wie entscheidend die Informationslage bereits vor einer Besichtigung sein kann.

Fehlen beispielsweise:

  • klare Angaben zum Schaden,
  • geeignete Kontaktdaten,
  • Fotos,
  • relevante Unterlagen oder
  • eine eindeutige Aufgabenstellung,

entsteht zusätzlicher Abstimmungsaufwand.

Der Sachverständige muss Informationen nachfordern, Ansprechpartner ermitteln oder Fragestellungen zunächst selbst rekonstruieren.

Das kostet Zeit, ohne dass dadurch bereits ein zusätzlicher fachlicher Erkenntnisgewinn entsteht.

Eine gute Schadenbearbeitung beginnt deshalb aus unserer Sicht nicht erst mit dem Eintreffen des Sachverständigen am Gebäude.

Sie beginnt mit einer möglichst klaren Aufgabenstellung und einer strukturierten Erfassung der vorhandenen Informationen.

Die richtige Kompetenz zum richtigen Zeitpunkt

Gerade in der Schadenregulierung wird häufig über Effizienz gesprochen.

Dabei wird Effizienz schnell mit weniger Aufwand oder niedrigeren Kosten gleichgesetzt.

Das greift zu kurz.

Ein Schadenprozess kann auch dann ineffizient sein, wenn zunächst Aufwand eingespart wird, dadurch später aber zusätzliche Rückfragen, weitere Besichtigungen oder vermeidbare Bearbeitungsschritte entstehen.

Sinnvoller erscheint deshalb eine andere Betrachtung:

Welche fachliche Kompetenz wird in welcher Phase des Schadenfalls benötigt?

Möglicherweise reicht zunächst eine strukturierte Sichtung der Unterlagen.

Möglicherweise ist eine ergänzende Fotodokumentation erforderlich.

Möglicherweise lässt sich eine konkrete Teilfrage im Rahmen einer Schreibtischprüfung beantworten.

Und möglicherweise lautet das fachliche Ergebnis anschließend ganz klar:

Dieser Schaden muss vor Ort untersucht werden.

Auch das ist eine wertvolle Erkenntnis.

Fotos oder Ortstermin – was ist besser?

Die Frage stellt aus unserer Sicht bereits die falschen Alternativen gegenüber.

Fotos, Videos, Unterlagen, Schreibtischprüfung und Ortstermin sind keine konkurrierenden Methoden.

Sie sind unterschiedliche Werkzeuge innerhalb eines Schadenprozesses.

Welche davon benötigt werden, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

Eine sinnvolle Reihenfolge kann beispielsweise so aussehen:

Schadenmeldung → Informationsprüfung → fachliche Vorqualifizierung → Entscheidung über weitere Unterlagen oder Ortstermin → Untersuchung → Bewertung

Bei anderen Schäden kann dagegen bereits nach der Schadenmeldung klar sein, dass eine Untersuchung vor Ort erforderlich ist.

Entscheidend ist deshalb nicht ein starrer Prozess, sondern eine fachlich begründete Entscheidung.


Was bedeutet das für Versicherer und Schadenorganisationen?

Gerade bei größeren Schadenmengen kann eine strukturierte Vorqualifizierung interessant sein.

Denn Sachverständigenkapazität ist eine fachliche Ressource.

Lange Fahrzeiten, ungeklärte Aufgabenstellungen und fehlende Informationen binden diese Ressource, ohne dass dadurch automatisch eine bessere Schadenbewertung entsteht.

Eine mögliche Prozessfrage lautet daher:

Wie können wir bereits vor der Beauftragung oder vor dem Ortstermin erkennen, welche Informationen und welche fachliche Bearbeitung dieser konkrete Schaden benötigt?

Genau an dieser Schnittstelle zwischen praktischer Schadenbearbeitung, Sachverständigenwissen und Prozessgestaltung sehen wir erhebliches Entwicklungspotenzial.

Häufige Fragen

Kann ein Gebäudeschaden nur anhand von Fotos bewertet werden?

In bestimmten Fällen können Fotos für eine erste fachliche Einordnung ausreichend sein. Ob daraus bereits eine belastbare abschließende Bewertung möglich ist, hängt jedoch vom konkreten Schaden, der Fragestellung und der Qualität der vorhandenen Informationen ab.

Wann ist ein Ortstermin bei einem Gebäudeschaden erforderlich?

Ein Ortstermin ist insbesondere dann sinnvoll oder notwendig, wenn die Schadenursache unklar ist, Konstruktionen untersucht werden müssen, räumliche Zusammenhänge relevant sind oder die vorhandenen Unterlagen keine ausreichend belastbare Beurteilung ermöglichen.

Kann eine Schreibtischprüfung einen Ortstermin ersetzen?

Eine Schreibtischprüfung kann einen Schadenfall vorqualifizieren und bestimmte Fragestellungen möglicherweise bereits beantworten. Sie ersetzt jedoch nicht grundsätzlich die Untersuchung vor Ort.

Welche Unterlagen sollte man bei einem Gebäudeschaden bereitstellen?

Hilfreich können unter anderem aussagekräftige Fotos, Videos, Grundrisse, Bauunterlagen, Rechnungen, Reparaturberichte, Messprotokolle und Informationen zu möglichen Vor- oder Altschäden sein. Welche Unterlagen tatsächlich relevant sind, hängt vom Schadenfall ab.

Ist eine technische Schadenbewertung automatisch eine versicherungsvertragliche Bewertung?

Nein. Die technische Untersuchung eines Gebäudeschadens und die versicherungsvertragliche Einordnung sind unterschiedliche Fragestellungen. Eine technische Ursache oder Schadenfeststellung beantwortet nicht automatisch die Frage nach dem Versicherungsschutz.


Fazit

Nicht jeder Gebäudeschaden lässt sich am Schreibtisch bewerten. Aber auch nicht jeder Schaden benötigt von Beginn an denselben Bearbeitungsaufwand.

Eine strukturierte Schadenbearbeitung sollte deshalb zunächst klären:

Was wissen wir bereits?
Was müssen wir noch wissen?
Und welche fachliche Kompetenz benötigen wir dafür?

Fotos, Videos und Unterlagen können dabei ebenso sinnvoll sein wie eine Schreibtischprüfung oder die persönliche Untersuchung vor Ort.

Entscheidend ist nicht, möglichst wenig Aufwand zu verursachen.

Entscheidend ist, den richtigen Aufwand an der richtigen Stelle einzusetzen.

Und manchmal ist die fachlich richtige Entscheidung eben ganz eindeutig:

Diesen Schaden muss ich mir vor Ort ansehen.

Wenn aus einem komplexen Schadenfall ein neuer Untersuchungsansatz entsteht

Komplexe Gebäudeschäden lassen sich nicht immer mit standardisierten Abläufen abschließend bewerten. Gerade dann ist es notwendig, bautechnische Erfahrung, versicherungsfachliche Anforderungen und neue technische Möglichkeiten miteinander zu verbinden. Aus einem anspruchsvollen Auftrag in Baden-Württemberg ist deshalb gemeinsam mit dem VOLKSWOHL BUND die Idee für ein praxisorientiertes Pilotprojekt entstanden.

Komplexe Schadenfälle benötigen mehr als Standardlösungen

Im Tagesgeschäft der Schadenbewertung gibt es zahlreiche Sachverhalte, die sich mit etablierten Untersuchungsmethoden zuverlässig erfassen und fachlich einordnen lassen.

Es gibt jedoch auch Schadenfälle, bei denen die sichtbaren Feststellungen nur einen Teil des tatsächlichen Zustands erkennen lassen. Bestimmte Bauteile oder Konstruktionsebenen sind nicht ohne Weiteres zugänglich. Eine vollständige Öffnung wäre technisch zwar denkbar, könnte jedoch mit erheblichen Eingriffen, hohen Kosten und zusätzlichen Folgeschäden verbunden sein.

Genau an diesem Punkt beginnt die eigentliche fachliche Herausforderung:

Wie können zusätzliche Erkenntnisse gewonnen werden, ohne unverhältnismäßig große Bereiche eines Gebäudes öffnen zu müssen?

Und wie lässt sich ein Untersuchungsansatz entwickeln, der sowohl bautechnisch sinnvoll als auch für die versicherungsfachliche Bewertung nachvollziehbar ist?

Ein anspruchsvoller Auftrag in Baden-Württemberg

Für einen besonders komplexen Gebäudeschaden wurde ich nach Baden-Württemberg hinzugezogen.

Bereits die Beauftragung über eine größere Entfernung hinweg war für mich ein deutliches Zeichen des entgegengebrachten Vertrauens. Gleichzeitig zeigte sich vor Ort, dass der Fall nicht allein durch eine klassische Begutachtung oder eine punktuelle Betrachtung abschließend gelöst werden kann.

Im Verlauf der Untersuchung ergaben sich Hinweise, die eine weitergehende Betrachtung sinnvoll erscheinen lassen. Die genaue Schadenkonstellation bleibt dabei bewusst vertraulich.

Es geht nicht darum, einen einzelnen Sachverhalt öffentlich zu erläutern oder eine Untersuchungsmethode vorschnell als fertige Lösung zu präsentieren.

Entscheidend ist vielmehr die übergeordnete Fragestellung:

Können technische Untersuchungsverfahren dazu beitragen, verdeckte oder nur eingeschränkt zugängliche Bereiche zielgerichteter zu bewerten?

Fachlicher Austausch mit dem VOLKSWOHL BUND

Aus dieser Fragestellung entstand ein intensiver fachlicher Austausch mit dem VOLKSWOHL BUND.

Dabei wurden nicht nur die bautechnischen Gegebenheiten betrachtet. Ebenso wichtig waren die Anforderungen, die sich aus der Schadenregulierung und der versicherungsfachlichen Bewertung ergeben.

Gerade dieser Austausch auf Augenhöhe ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Bestandteil moderner Schadenbearbeitung.

Versicherungsunternehmen benötigen belastbare Entscheidungsgrundlagen. Sachverständige müssen gleichzeitig berücksichtigen, welche Untersuchungen technisch möglich, wirtschaftlich vertretbar und im konkreten Fall tatsächlich aussagekräftig sind.

Wenn beide Perspektiven frühzeitig zusammengeführt werden, können aus schwierigen Einzelfällen neue und möglicherweise übertragbare Lösungsansätze entstehen.

Im gemeinsamen Austausch wurde deshalb die Überlegung entwickelt, thermografische Drohnentechnik als ergänzenden Untersuchungsansatz unter realen Bedingungen zu erproben.

Thermografische Drohneninspektion als Pilotprojekt

Die Grundidee des Pilotprojekts besteht darin, zu prüfen, ob eine thermografische Befliegung zusätzliche Hinweise auf Auffälligkeiten innerhalb einer Dach- oder Gebäudekonstruktion liefern kann.

Dabei ist ausdrücklich zu betonen:

Eine thermografische Aufnahme ersetzt weder die bautechnische Bewertung noch eine fachgerechte Ursachenanalyse. Auch soll nicht bereits vor Beginn der Untersuchung behauptet werden, dass der geplante Ansatz in jedem Fall eindeutige Ergebnisse liefern wird.

Thermografische Messungen werden von verschiedenen Einflussfaktoren bestimmt. Hierzu können unter anderem die Witterung, Temperaturunterschiede, Sonneneinstrahlung, Materialeigenschaften, Feuchtigkeit, Windverhältnisse und der konkrete Aufbau der Konstruktion gehören.

Das Pilotprojekt soll deshalb nicht eine vorgefertigte These bestätigen.

Vielmehr soll unter definierten Bedingungen geprüft werden:

  • Welche thermischen Auffälligkeiten lassen sich erfassen?
  • Wie reproduzierbar sind die gewonnenen Erkenntnisse?
  • Welche baulichen oder äußeren Einflüsse müssen berücksichtigt werden?
  • Lassen sich aus den Aufnahmen belastbare Hinweise für weiterführende Untersuchungen ableiten?
  • Kann die Methode dazu beitragen, notwendige Bauteilöffnungen gezielter zu planen?

Erst nach Durchführung und fachlicher Auswertung kann beurteilt werden, welchen tatsächlichen Nutzen der Untersuchungsansatz bietet.

Drohnenpiloten bereits im fachlichen Austausch

Für die praktische Umsetzung des Projekts befinde ich mich bereits mit geeigneten Drohnenpiloten im Gespräch.

Benötigt wird dabei nicht lediglich eine klassische Kameradrohne. Entscheidend sind eine geeignete thermografische Ausstattung, Erfahrung mit anspruchsvollen Gebäudebefliegungen und ein belastbares Verständnis für die besonderen Anforderungen einer technischen Untersuchung.

Zusätzlich wird der Auftrag über die Drohnenflugbörse ausgeschrieben.

Dadurch sollen weitere qualifizierte Anbieter erreicht und unterschiedliche technische Möglichkeiten berücksichtigt werden. Die Ausschreibung dient zugleich dazu, einen geeigneten Piloten für die konkreten Rahmenbedingungen des Einsatzes auszuwählen.

Die Verbindung aus fachlicher Schadenbewertung, thermografischer Messtechnik und professioneller Drohnenbefliegung erfordert eine enge Abstimmung aller Beteiligten.

Drohnenpiloten bereits im fachlichen Austausch

Für die praktische Umsetzung des Projekts befinde ich mich bereits mit geeigneten Drohnenpiloten im Gespräch.

Benötigt wird dabei nicht lediglich eine klassische Kameradrohne. Entscheidend sind eine geeignete thermografische Ausstattung, Erfahrung mit anspruchsvollen Gebäudebefliegungen und ein belastbares Verständnis für die besonderen Anforderungen einer technischen Untersuchung.

Zusätzlich wird der Auftrag über die www.drohnenflugboerse.de ausgeschrieben.

Dadurch sollen weitere qualifizierte Anbieter erreicht und unterschiedliche technische Möglichkeiten berücksichtigt werden. Die Ausschreibung dient zugleich dazu, einen geeigneten Piloten für die konkreten Rahmenbedingungen des Einsatzes auszuwählen.

Die Verbindung aus fachlicher Schadenbewertung, thermografischer Messtechnik und professioneller Drohnenbefliegung erfordert eine enge Abstimmung aller Beteiligten.

Meine Rolle zwischen Schadenpraxis und Versicherungswirtschaft

Meine Arbeit endet nicht bei der Dokumentation eines Schadens oder der Ermittlung einer Schadenhöhe.

Gerade komplexe Schadenfälle zeigen, dass Sachverständigenarbeit auch bedeutet, Untersuchungsgrenzen zu erkennen, Fragestellungen präzise zu formulieren und neue Lösungswege kritisch zu prüfen.

Ich sehe meine Aufgabe deshalb an der Schnittstelle zwischen:

  • bautechnischer Schadenpraxis,
  • sachverständiger Bewertung,
  • versicherungsfachlichen Anforderungen,
  • wirtschaftlicher Verhältnismäßigkeit,
  • technischer Innovation und
  • fallabschließender Entscheidungsfindung.

Für Versicherungsunternehmen kann daraus ein zusätzlicher Mehrwert entstehen.

Nicht jeder komplexe Schadenfall benötigt zwangsläufig eine neue Methode. Doch dort, wo etablierte Vorgehensweisen an praktische Grenzen stoßen, kann ein strukturierter Entwicklungs- und Beratungsprozess sinnvoll sein.

Dabei geht es nicht um technische Innovation als Selbstzweck.

Es geht um die Frage, ob ein neuer Ansatz dazu beitragen kann, Schadenfälle nachvollziehbarer, zielgerichteter und wirtschaftlich sinnvoller zu untersuchen.

Von der Einzelbegutachtung zum Beratungsmandat

Die Versicherungswirtschaft steht regelmäßig vor der Herausforderung, komplexe technische Sachverhalte in belastbare Entscheidungen zu übersetzen.

Dafür braucht es Ansprechpartner, die nicht nur den jeweiligen Schaden bewerten, sondern auch die übergeordneten Zusammenhänge erkennen.

Ein Beratungsmandat kann beispielsweise folgende Bereiche umfassen:

  • Entwicklung geeigneter Untersuchungsstrategien,
  • fachliche Begleitung technischer Pilotprojekte,
  • Bewertung neuer Diagnose- und Dokumentationsmethoden,
  • Prüfung der praktischen Umsetzbarkeit,
  • Entwicklung strukturierter Entscheidungsgrundlagen,
  • Schnittstellenkommunikation zwischen Versicherer, Sachverständigen und Fachunternehmen,
  • Auswertung wiederkehrender Schadenphänomene und
  • Ableitung praxistauglicher Handlungsempfehlungen.

Genau in diesem Bereich möchte ich Versicherungsunternehmen künftig noch stärker unterstützen.

Die Erfahrungen aus konkreten Schadenfällen bilden dabei eine wertvolle Grundlage. Sie zeigen, wo Prozesse funktionieren, wo Informationslücken entstehen und an welchen Stellen neue Untersuchungsansätze einen Mehrwert bieten könnten.

Vertraulichkeit gehört zur professionellen Projektarbeit

Die genaue Schadenkonstellation und die detaillierte Untersuchungsplanung werden derzeit bewusst nicht veröffentlicht.

Das hat mehrere Gründe.

Zum einen betrifft das Projekt einen konkreten Versicherungsfall. Zum anderen befindet sich der Untersuchungsansatz noch in der Vorbereitung und muss zunächst unter realen Bedingungen erprobt werden.

Professionelle Projektarbeit bedeutet auch, nicht vorschnell Ergebnisse zu versprechen oder unfertige Konzepte öffentlich als gesicherte Methode darzustellen.

Zunächst müssen die Rahmenbedingungen definiert, die Untersuchung durchgeführt und die Ergebnisse fachlich ausgewertet werden.

Erst danach lässt sich seriös beurteilen, welche Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt gewonnen werden können.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe schafft neue Lösungswege

Der bisherige Austausch zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Versicherungswirtschaft und Schadenpraxis nicht getrennt voneinander handeln.

Versicherungsfachliche Anforderungen, bautechnisches Wissen und praktische Erfahrung dürfen nicht erst am Ende eines Schadenfalls zusammengeführt werden.

Je komplexer ein Sachverhalt ist, desto wichtiger wird eine frühzeitige, offene und fachlich kritische Zusammenarbeit.

Aus einem schwierigen Einzelauftrag kann so eine Fragestellung entstehen, die möglicherweise auch für weitere Schadenfälle relevant ist.

Ob der geplante thermografische Untersuchungsansatz die erwarteten Erkenntnisse liefern kann, wird sich erst im Verlauf des Pilotprojekts zeigen.

Fest steht jedoch bereits heute:

Neue Lösungswege entstehen dort, wo komplexe Schadenpraxis, technisches Verständnis und versicherungsfachlicher Austausch auf Augenhöhe zusammenkommen.

Ich freue mich auf den weiteren fachlichen Austausch mit Versicherungsunternehmen, Schadenabteilungen und Projektverantwortlichen, die komplexe Gebäudeschäden nicht nur regulieren, sondern Untersuchungs- und Entscheidungsprozesse gemeinsam weiterentwickeln möchten.

Wenn Hagel nicht der vermeintliche Übeltäter ist 2.0

Warum Befunde, Methodik und Fachkompetenz bei der Bewertung von Dachschäden entscheiden

Nicht jedes Loch in einem Dachreiter ist automatisch ein Hagelschaden.

Ein sichtbares Schadensbild kann einen ersten Verdacht begründen. Es beweist jedoch noch nicht, wodurch die Beschädigung tatsächlich entstanden ist.

Für eine belastbare Bewertung müssen unter anderem die Verteilung der Schäden, ihre Form und Ausprägung, die Ausrichtung der betroffenen Bauteile, mögliche Vergleichsflächen sowie der Zustand und die Vorgeschichte des Materials gemeinsam betrachtet werden.

Genau darum geht es in meinem neuen Fachbeitrag:

„Dachreiter im Fokus – wenn Hagel nicht der vermeintliche Übeltäter ist 2.0“

Der Grobentwurf ist fertiggestellt. Aktuell ergänzt der noch nicht genannte Co-Autor seine fachliche Perspektive.

KI unterstützt – aber sie ersetzt keinen Ortstermin

In den vergangenen Wochen wurde viel über Künstliche Intelligenz im Sachverständigenwesen gesprochen.

Auch in meinem Arbeitsalltag ist KI inzwischen ein wertvolles Werkzeug. Sie unterstützt unter anderem dabei,

  • umfangreiche Informationen zu strukturieren,
  • Fragestellungen für Recherchen vorzubereiten,
  • Dokumentationen zu ordnen,
  • unterschiedliche Hypothesen gegenüberzustellen,
  • und fachliche Texte systematisch aufzubauen.

Diese Unterstützung ist sinnvoll und aus modernen Arbeitsprozessen kaum noch wegzudenken.

Trotzdem bleibt eine klare Grenze:

KI kann Informationen verarbeiten. Sie kann aber weder ein Bauteil eigenständig untersuchen noch die tatsächlichen Verhältnisse am Objekt vollständig erfassen.

Sie ersetzt keine Dachbegehung, keine Materialkenntnis, keine Erfahrung mit typischen und atypischen Schadenbildern und keine fachlich begründete Bewertung.

Recherche ist noch keine Untersuchung.
Ein Hinweis ist noch kein Nachweis.
Und eine Vermutung ist noch kein Befund.

Der Ausgangspunkt: ein vermeintlicher Hagelschaden

Der neue Beitrag knüpft an den gemeinsam mit Walter Holzapfel veröffentlichten Fachartikel aus der Februar-Ausgabe 2024 des Bausachverständigen an:

„Dachreiter im Fokus – wenn Hagel nicht der vermeintliche Übeltäter ist“

Ausgangspunkt war die Untersuchung von Beschädigungen an den Dachreitern beziehungsweise Lichtbändern eines Gewerbeobjekts.

Die sichtbaren Veränderungen an den Polycarbonat-Stegkammerplatten waren zunächst einem Hagelereignis zugeschrieben worden. Bei der umfassenden Dachbegehung fiel jedoch auf, dass sich die Schäden weder gleichmäßig noch in identischer Qualität über sämtliche Dachflächen verteilten.

Die stärksten Auffälligkeiten konzentrierten sich auf bestimmte, insbesondere südwestlich ausgerichtete Bereiche. Andere Flächen und einzelne Platten zeigten trotz vergleichbarer Einbausituation wesentlich geringere oder teilweise kaum erkennbare Veränderungen.

Allein diese ungleichmäßige Verteilung war noch kein Beweis für eine bestimmte andere Ursache. Sie war aber ein wichtiger Anlass, die ursprüngliche Zuordnung zum Hagel kritisch zu überprüfen.

Welche Merkmale warfen Fragen auf?

Bei der detaillierten Inaugenscheinnahme zeigten sich unter anderem ovale bis sichelartige Ausbrüche auf den Oberflächen der Stegkammerplatten.

Auffällig war dabei:

  • Die Ausbrüche befanden sich überwiegend zwischen den Stegen.
  • Die Stege selbst waren nicht in vergleichbarer Weise beschädigt.
  • Auf der raumseitigen Plattenoberfläche waren keine entsprechenden Schäden erkennbar.
  • Qualität und Anzahl der Ausbrüche unterschieden sich je nach Dachbereich.
  • Die Schadensintensität stand erkennbar im Zusammenhang mit der Ausrichtung und damit auch mit der unterschiedlichen Beanspruchung der Flächen.

Diese Kombination unterschied sich von dem Schadenbild, das bei einer rein mechanischen Einwirkung von außen ohne Weiteres zu erwarten gewesen wäre.

Der entscheidende Punkt lautet daher nicht:

„Sieht das aus wie Hagel?“

Die fachlich belastbarere Frage lautet:

„Welche Befunde sprechen für Hagel, welche sprechen dagegen und welche anderen Einwirkungen müssen geprüft werden?“

Warum Vergleichsflächen so wichtig sind

Ein Schaden lässt sich häufig nicht allein durch die Betrachtung der auffälligsten Stelle bewerten.

Erforderlich ist vielmehr der Vergleich mit:

  • anders ausgerichteten Dachflächen,
  • weniger stark beanspruchten Bereichen,
  • möglicherweise erneuerten Bauteilen,
  • gleichartigen Platten mit unterschiedlichem Alter,
  • Rand- und Befestigungszonen,
  • sowie unbeschädigten oder geringer geschädigten Flächen.

Im untersuchten Fall waren auf sonnenabgewandten Flächen geringere Schadensintensitäten festzustellen. Gleichzeitig zeigten sich teilweise erhebliche Unterschiede zwischen unmittelbar benachbarten Platten. Besonders neuere beziehungsweise jüngere Platten konnten neben stark betroffenen Platten weitgehend unauffällig sein.

Solche Vergleiche liefern noch nicht automatisch die Ursache. Sie helfen aber, mögliche Erklärungen einzugrenzen und vorschnelle Schlussfolgerungen zu vermeiden.

Was der neue Fachbeitrag leisten soll

Die Fortsetzung soll keine bloße Wiederholung der Veröffentlichung von 2024 werden.

Der neue Beitrag soll noch stärker als praxisorientierte Unterstützung für Sachverständige und andere mit der Schadenbewertung befasste Fachleute dienen.

Im Mittelpunkt stehen voraussichtlich folgende Fragen:

1. Wie wird der Ortstermin vorbereitet?

Vor der eigentlichen Untersuchung müssen Schadenbehauptung, behaupteter Ereigniszeitpunkt, betroffene Bauteile und bereits vorhandene Unterlagen voneinander getrennt erfasst werden.

Eine klare Vorbereitung verhindert, dass die vorgetragene Ursache bereits unbewusst als feststehendes Ergebnis behandelt wird.

2. Wie wird das gesamte Dach untersucht?

Nicht nur die gemeldete Schadenstelle ist relevant.

Zu betrachten sind unter anderem:

  • sämtliche Dachausrichtungen,
  • die Verteilung der Auffälligkeiten,
  • Rand- und Befestigungsbereiche,
  • Übergänge zwischen unterschiedlichen Bauteilen,
  • mögliche Reparatur- oder Austauschflächen,
  • sowie unauffällige Vergleichsbereiche.

3. Wie werden Schadenmerkmale dokumentiert?

Eine verwertbare Dokumentation sollte nicht nur aus Übersichtsaufnahmen bestehen.

Erforderlich sind je nach Fall:

  • Übersichts- und Detailaufnahmen,
  • Maßstabsangaben,
  • Kennzeichnung der Lage auf dem Dach,
  • Beschreibung von Form und Abmessung,
  • Erfassung der räumlichen Verteilung,
  • und die eindeutige Zuordnung der Aufnahmen zum untersuchten Bereich.

4. Welche Indizien sprechen für oder gegen Hagel?

Eine Bewertung muss verschiedene Einzelbefunde zusammenführen.

Relevant können beispielsweise sein:

  • die Form der Beschädigungen,
  • die Einwirkungsrichtung,
  • die Regelmäßigkeit oder Unregelmäßigkeit der Verteilung,
  • Schäden an angrenzenden Bauteilen,
  • Unterschiede zwischen exponierten und geschützten Flächen,
  • Materialalter und Materialzustand,
  • sowie die Plausibilität des behaupteten Ereignisses.

Kein Einzelmerkmal sollte isoliert überbewertet werden.

5. Wann wird aus einer Vermutung ein belastbarer Befund?

Eine fachliche Schlussfolgerung muss erklären,

  • welche Tatsachen festgestellt wurden,
  • wie diese Tatsachen bewertet werden,
  • welche alternativen Ursachen geprüft wurden,
  • welche Möglichkeiten ausgeschlossen werden können,
  • und wo gegebenenfalls Unsicherheiten verbleiben.

Gerade die nachvollziehbare Trennung zwischen Feststellung, Interpretation und Schlussfolgerung ist für eine überprüfbare Sachverständigenbewertung entscheidend.

Fachkompetenz zeigt sich nicht in schnellen Antworten

In der Schadenregulierung besteht häufig der Wunsch nach einer möglichst eindeutigen und schnellen Einordnung.

Das ist verständlich.

Ein Sachverständiger ist jedoch nicht dafür da, die zuerst genannte Ursache lediglich zu bestätigen. Seine Aufgabe besteht darin, den vorgefundenen Zustand unvoreingenommen zu untersuchen und die möglichen Ursachen anhand nachvollziehbarer Befunde zu bewerten.

Manchmal bestätigt sich die ursprüngliche Vermutung.

Manchmal muss sie eingeschränkt werden.

Und manchmal zeigt die Untersuchung, dass der vermeintliche Übeltäter wahrscheinlich gar nicht der tatsächliche Verursacher ist.

Genaues Hinsehen ist dabei kein Misstrauen. Es ist Sachverständigenarbeit.

Fachliche Kritik ist ausdrücklich willkommen

Der erste Fachbeitrag hat nicht ausschließlich Zustimmung ausgelöst.

Das ist grundsätzlich kein Problem. Fachliche Diskussionen gehören zum Sachverständigenwesen und können dazu beitragen, Untersuchungsmethoden und Bewertungen weiterzuentwickeln.

Deshalb gilt auch für die Fortsetzung:

Fachliche Kritik ist ausdrücklich willkommen.

Wer zu anderen Ergebnissen gelangt, sollte seinen Widerspruch jedoch anhand von Befunden, Untersuchungsmethoden und nachvollziehbaren Argumenten begründen.

Persönliche Interessen, pauschale Ablehnung oder die bloße Wiederholung einer bereits feststehenden Meinung ersetzen keine fachliche Auseinandersetzung.

Gute Sachverständigenarbeit lebt nicht davon, dass alle derselben Meinung sind.

Sie lebt davon, dass Feststellungen überprüfbar, Schlussfolgerungen nachvollziehbar und Argumente fachlich belastbar sind.

Wie ist der aktuelle Stand?

Der Grobentwurf für den neuen Beitrag ist abgeschlossen und wurde dem Co-Autor zur fachlichen Ergänzung übermittelt.

Seine Identität wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Nach Abschluss der gemeinsamen Bearbeitung ist der Beitrag für die weitere fachredaktionelle Abstimmung mit dem Bausachverständigen des Fraunhofer IRB Verlags vorgesehen.

Ein konkreter Veröffentlichungstermin steht derzeit noch nicht fest.

Man darf gespannt sein.

Häufige Fragen zur Bewertung vermeintlicher Hagelschäden

Ist jedes Loch in einer Polycarbonat-Stegkammerplatte ein Hagelschaden?

Nein. Ein Loch oder Ausbruch ist zunächst nur ein sichtbares Schadenmerkmal. Für die Ursachenzuordnung müssen unter anderem Form, Verteilung, Materialzustand, Einwirkungsrichtung und vorhandene Vergleichsflächen untersucht werden.

Kann man einen Hagelschaden allein anhand von Fotos feststellen?

Fotos können wichtige Hinweise liefern und eine Untersuchung dokumentieren. Für eine belastbare Bewertung reichen einzelne Aufnahmen jedoch häufig nicht aus. Entscheidend sind der Gesamtzusammenhang, die Lage am Objekt und die Untersuchung vergleichbarer Bereiche.

Welche Rolle spielt die Ausrichtung der Dachfläche?

Die Ausrichtung kann für unterschiedliche Witterungs-, Temperatur- und Strahlungsbeanspruchungen relevant sein. Sie ist deshalb bei der Bewertung einzubeziehen, beweist für sich allein aber noch keine bestimmte Ursache.

Kann KI die Ursache eines Dachschadens bestimmen?

KI kann Informationen strukturieren, Bildmaterial vorsortieren und bei der Vorbereitung möglicher Fragestellungen helfen. Die tatsächliche Untersuchung des Bauteils, die Bewertung des Materialzustands und die fachliche Schlussfolgerung bleiben Aufgabe des Sachverständigen.

Wann erscheint „Wenn Hagel nicht der vermeintliche Übeltäter ist 2.0“?

Ein fester Termin steht noch nicht fest. Der Grobentwurf ist abgeschlossen und wird aktuell durch den Co-Autor fachlich ergänzt.

Ein paar Bilder machen und online stellen? Genau daran scheitern viele Immobilienverkäufe.

Viele Menschen unterschätzen, was professionelle Maklertätigkeit tatsächlich bedeutet.

Von außen betrachtet wirkt ein Immobilienverkauf oft einfach:

Ein paar Fotos machen.
Ein Exposé erstellen.
Das Objekt auf den bekannten Plattformen veröffentlichen.
Besichtigungstermine durchführen.
Käufer finden.
Abschluss.

Doch genau diese verkürzte Sichtweise führt in der Praxis häufig zu Problemen.

Denn ein Immobilienverkauf beginnt nicht erst mit dem Inserat. Er beginnt deutlich früher — mit der Vorbereitung.

Käufer kaufen nicht nur ein Objekt

Wer eine Immobilie kauft, kauft nicht nur Wohnfläche, Lage und Ausstattung.

  • Er kauft auch Verantwortung.
  • Er übernimmt ein Gebäude mit seiner Geschichte, seinen Veränderungen, seinen technischen Eigenschaften, seinen rechtlichen Rahmenbedingungen und möglicherweise auch seinen Risiken.

Deshalb stellen Kaufinteressenten oft Fragen, die weit über den ersten Eindruck hinausgehen:

  • Woher kommt ein Riss in der Wand?
  • Gibt es Hinweise auf Schadstoffe im Bestand?
  • Sind alle Umbauten genehmigt?
  • Passt die Bauakte zu dem, was vor Ort tatsächlich vorhanden ist?
  • Gibt es Baulasten?
  • Sind Rechte Dritter im Grundbuch eingetragen?
  • Besteht ein Nießbrauchrecht?
  • Wie lange läuft eine Erbpacht?
  • Sind Erschließungskosten zu erwarten?
  • Kann eine Wand verändert, geöffnet oder entfernt werden?

Diese Fragen sind nicht lästig. Sie sind berechtigt.

Und sie entscheiden häufig darüber, ob aus Interesse Vertrauen entsteht — oder Unsicherheit.

Fehlende Antworten bremsen den Verkaufsprozess

Viele Verkaufsprozesse geraten nicht deshalb ins Stocken, weil das Objekt uninteressant ist.

Sie geraten ins Stocken, weil wichtige Informationen zu spät geklärt werden.

Wenn Käufer erst im laufenden Prozess merken, dass Unterlagen fehlen, bautechnische Fragen offen sind oder rechtliche Rahmenbedingungen nicht sauber eingeordnet wurden, entsteht Unsicherheit.

Und Unsicherheit ist im Immobilienverkauf gefährlich.

Sie führt zu Rückfragen.
Sie verzögert Entscheidungen.
Sie erschwert Finanzierungen.
Sie belastet Verhandlungen.
Und sie kann dazu führen, dass Interessenten vollständig Abstand nehmen.

Deshalb ist es ein Irrtum, Maklertätigkeit auf Sichtbarkeit zu reduzieren.

Sichtbarkeit ist wichtig.

Aber Sichtbarkeit allein verkauft keine Immobilie zuverlässig.

Professionelle Maklertätigkeit beginnt vor dem Inserat

Ein guter Verkaufsprozess wird vorbereitet, bevor das Objekt online geht.

Dazu gehört, Unterlagen zu sammeln, Angaben zu prüfen, Besonderheiten zu erkennen und typische Käuferfragen vorwegzunehmen.

Gerade bei Bestandsimmobilien ist das entscheidend.

Denn dort gibt es häufig Themen, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind, aber später kaufentscheidend werden können.

Eine nachträglich veränderte Raumaufteilung.

Ein älterer Keller.

Ein auffälliger Riss.

Ein nicht eindeutig dokumentierter Anbau.

Ein Erbpachtgrundstück.

Ein ungeklärter Eintrag.

Eine fehlende Information aus der Bauakte.

All das muss nicht automatisch ein Problem sein.

Aber es muss verstanden, eingeordnet und kommuniziert werden.

Sachverständige Einordnung schafft Vertrauen

In unseren Verkaufsprozessen werden bautechnische Fragestellungen frühzeitig sachverständig eingeordnet.

Das bedeutet nicht, dass jedes Objekt schlechtgeredet wird.

Im Gegenteil.

Es geht darum, Klarheit zu schaffen.

Welche Auffälligkeiten sind eher unkritisch?

Welche Punkte sollten vorab geprüft werden?

Welche Fragen werden Käufer wahrscheinlich stellen?

Welche Informationen sollten Eigentümer bereithalten?

Welche Themen können später den Verkauf verzögern?

Diese frühe Einordnung hilft, den Verkaufsprozess belastbarer zu machen.

Sie schafft Orientierung für Verkäufer.

Sie schafft Transparenz für Käufer.

Und sie reduziert vermeidbare Reibungsverluste.

Fazit

Ein gutes Inserat bringt Aufmerksamkeit. Aber Aufmerksamkeit allein reicht nicht. Ein erfolgreicher Immobilienverkauf braucht Vorbereitung, Struktur, Kommunikation und Vertrauen.

Wer Maklertätigkeit auf Fotos und Online-Plattformen reduziert, übersieht genau den Teil der Arbeit, der später über Tempo, Sicherheit und Abschluss entscheiden kann.

Oder kurz gesagt: Ein Objekt wird durch ein Inserat sichtbar. Aber erst durch einen gut vorbereiteten Verkaufsprozess wird es entscheidungsfähig.

Bungalow in der Iserlohner-Heide

Bungalow in der Iserlohner-Heide mit Ausbaumöglichkeiten im Untergeschoss. 

Das Objekt überzeugt bereits heute durch einen sehr gut durchdachten Grundriss, der großzügiges Wohnen, klare Raumstrukturen und eine flexible Nutzung ermöglicht. Damit eignet sich der Bungalow sowohl für Familien als auch für Menschen, die Wohnen und Arbeiten sinnvoll miteinander verbinden möchten.

Nach Rücksprache mit der Baubehörde bestehen grundsätzlich keine Bedenken gegen eine Nutzungsänderung des Untergeschosses, etwa als Anliegerwohnung, Bürofläche oder Homeoffice-Bereich. Auch eine Aufstockung mit Satteldach wurde als.

Objektdaten

  • Wohnfläche von 144 m²
  • Erd-/Obergeschoss: Küche /Gäste-WC / Esszimmer / Badezimmer mit Wanne u. Dusche / Wohnzimmer / Schlafzimmer und 2 Kinderzimmer
  • Untergeschoss: 3 Zimmer / Badezimmer mit Dusche sowie 6 Kellerräume
  • Grundstück von 674 m²/ Erbpacht
  • Baujahr 1971 

Besonderheiten

  • Dachsanierung komplett 2019
  • Fenstersanierung in 2020
  • Heizungsanlage durch Fernwärme
  • Energiebedarfsausweis mit 136,9 kWh/(m²*a) 
  • Untergeschoss massiv
  • Ober-/Erdgeschoss in Holzständerwerkbauweise mit asbestgebundenen Fassadenplatten

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KI im Schadenmanagement: meine Erkenntnisse vom Messekongress Leipzig

KI ist in der Versicherungswirtschaft längst kein Zukunftsthema mehr.
Auf dem Messekongress in Leipzig ist für mich sehr deutlich geworden, dass Künstliche Intelligenz inzwischen tief in Regulierungsprozesse, Bearbeitungsabläufe, Betrugserkennung und unternehmerische Optimierung eingreift. Für mich als Sachverständiger war das nicht nur fachlich spannend, sondern auch menschlich und gesellschaftlich nachdenkenswert.

Was ich in Leipzig wahrgenommen habe

Wenn ich den Messekongress für mich Revue passieren lasse, bleibt vor allem ein Eindruck: KI ist angekommen. Und zwar nicht nur als nette Ergänzung, sondern als echter Treiber von Geschwindigkeit, Struktur und Effizienz.

Die Versicherer haben sehr klar gezeigt, wie stark KI heute schon eingesetzt wird, um Bearbeitungsprozesse zu vereinfachen, Entscheidungen vorzustrukturieren, Abläufe zu beschleunigen und typische Pain Points im Unternehmen gezielter zu bearbeiten. Auch im Bereich der Betrugserkennung wurde deutlich, welches Potenzial bereits vorhanden ist – und ich bin überzeugt, dass hier noch längst nicht das Ende der Entwicklung erreicht ist.

Für mich war deshalb weniger die Frage, ob KI kommt. Die entscheidende Frage ist inzwischen: Wie bewusst, wie verantwortungsvoll und wie menschlich gehen wir mit ihr um?

Warum ich persönlich gerne mit KI arbeite

Ich bin ganz klar jemand, der gerne mit KI arbeitet. Nicht, weil ich Technik um ihrer selbst willen spannend finde, sondern weil ich täglich erlebe, was sie im Arbeitsalltag tatsächlich leisten kann.

In meinem Tagesgeschäft hilft mir KI dabei, Arbeitsprozesse sauberer zu strukturieren, Abläufe zu beschleunigen und Ergebnisse klarer aufzubereiten. Sie ist für mich Sparringspartner, Prüfinstanz, Ideengeber und Strukturhilfe zugleich. Im Sachverständigen- und Regulierungswesen nutze ich sie beispielsweise, um Gedanken zu ordnen, Texte zu schärfen, Arbeitsstände weiterzuentwickeln oder Qualitätsprüfungen vorzubereiten. Auch bei Social Media, Videoideen, Textoptimierungen und kreativen Prozessen ist sie inzwischen fester Bestandteil meines Unternehmensalltags.

Und trotzdem ist das für mich mehr als reine Effizienz.

Manchmal erinnert mich die Arbeit mit KI an etwas aus meiner Jugend: an das Zeichnen und Malen. An ein leeres Blatt Papier, auf dem zunächst nur eine Idee vorhanden ist. Dann kommt ein Strich hinzu, dann der nächste, und irgendwann entsteht daraus ein größeres Bild. Genau so empfinde ich die Zusammenarbeit mit KI. Aus ersten Gedanken werden Strukturen. Aus Strukturen entstehen Inhalte. Aus Inhalten entwickeln sich Prozesse, Leistungen und neue Möglichkeiten.

Wo meine Begeisterung in Nachdenklichkeit übergeht

So groß meine Begeisterung für KI ist, so klar sehe ich auch die Kehrseite.

Was mich in Leipzig besonders beschäftigt hat, war die starke Ausrichtung auf Zeitersparnis, Effizienz und Effektivität. Das ist wirtschaftlich nachvollziehbar. Aber es wirft auch eine andere Frage auf: Wie stark erhöht sich dadurch unsere Lebensgeschwindigkeit?

Früher gab es natürliche Grenzen. Nach Feierabend war vieles einfach nicht mehr erreichbar. Am Wochenende standen Unternehmen stiller. Menschen mussten warten. Prozesse hatten Reibung. Genau diese Reibung war manchmal auch ein Schutzraum.

Heute wird immer sichtbarer, dass Unternehmen durch digitale Systeme und KI praktisch rund um die Uhr anschlussfähig werden. Das bringt Vorteile mit sich – keine Frage. Es erzeugt aber auch einen neuen Leistungsdruck. Denn wenn Prozesse schneller werden, steigen automatisch auch die Erwartungen an alle Beteiligten.

Für mich als Sachverständiger ist deshalb klar: Wenn Versicherer ihre Bearbeitungs- und Regulierungsprozesse spürbar beschleunigen, dann wird sich diese Entwicklung unweigerlich auf das gesamte Umfeld übertragen. Also auch auf Sachverständige, Regulierer, Dienstleister und alle, die in diesen Prozessen mitwirken.

Die Arbeitserleichterung ist real. Aber die frei werdende Zeit verschwindet nicht einfach. In der Praxis wird sie oft sofort wieder mit neuen Aufgaben, neuen Ideen, neuen Projekten und neuer Produktivität gefüllt.

Mehr Freiraum – oder nur anders verdichtete Arbeit?

Genau an diesem Punkt wird KI für mich zu einem spannenden, aber auch ehrlichen Spiegel.

Ja, sie schafft Freiräume. Ich kann mich schneller sortieren. Ich kann Inhalte besser entwickeln. Ich kann Zukunftsprojekte, neue Ideen und strategische Themen leichter anstoßen. Das ist ein enormer Vorteil.

Aber gleichzeitig merke ich auch: Diese gewonnene Zeit führt nicht automatisch zu Ruhe. Häufig führt sie eher zu einer Verdichtung von Arbeit. Man wird produktiver, proaktiver, vielleicht auch kreativer – aber eben nicht zwangsläufig entspannter.

Und damit berührt das Thema KI für mich nicht nur Prozesse, sondern auch Lebensrealitäten.

Ich komme vom Land. Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen Menschen selbstverständlicher zusammenkamen. Wenn auf dem Hof etwas passiert war, kam man zusammen. Wenn am Wochenende Zeit war, wurde gesprochen, geklönt, gemeinsam gelebt. Familie, Begegnung und soziale Nähe hatten einen anderen Stellenwert im Alltag. Heute erleben wir vielerorts das Gegenteil: ständige Erreichbarkeit, dauernde Aktivität, permanente Verdichtung.

Ich glaube, genau darin liegt eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit:
Wie schaffen wir es, technologische Beschleunigung zu nutzen, ohne dabei unsere Menschlichkeit zu verlieren?

Was KI aus meiner Sicht kann – und was nicht

Je intensiver ich mit KI arbeite, desto mehr beeindruckt mich ihre Fähigkeit, Zusammenhänge schnell zu erfassen, Muster zu erkennen und strukturiert weiterzudenken. In vielen Punkten ist sie dem Menschen in Tempo, Skalierung und Konsequenz klar überlegen.

Und trotzdem sehe ich nach wie vor Grenzen.

Ich halte den Menschen aktuell noch dort für überlegen, wo Kreativität nicht nur aus Logik, sondern auch aus Ablenkung, Unschärfe, Erfahrung, Intuition und Widerspruch entsteht. Viele gute Gedanken entstehen nicht linear. Sie entstehen manchmal gerade dort, wo etwas unlogisch, offen oder unfertig ist.

Hinzu kommt: Der Mensch bleibt die Schnittstelle zur realen, materiellen und emotionalen Welt. Ich sehe aktuell nicht, dass KI Empathie wirklich empfindet. Sie kann sie sprachlich simulieren, aber das ist nicht dasselbe, wie sie zu erleben.

Gerade im Schadenmanagement, in der Regulierung und im Sachverständigenwesen ist das aus meiner Sicht entscheidend. Denn dort geht es nicht nur um Daten, Prozesse und Geschwindigkeit. Es geht auch um Einordnung, Verantwortung, Kommunikation und manchmal um sehr sensible Situationen auf menschlicher Ebene.

Mein Fazit nach Leipzig

Der Messekongress in Leipzig hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass wir uns in einer hochspannenden Phase befinden. KI verändert die Versicherungswirtschaft bereits heute ganz konkret – nicht irgendwann, sondern jetzt.

Ich begrüße diese Entwicklung ausdrücklich. Ich arbeite gerne mit KI. Ich sehe ihre Stärke. Ich nutze ihre Möglichkeiten. Und ich halte sie für einen der wichtigsten Hebel, um Prozesse, Qualität und Zukunftsfähigkeit in Unternehmen zu verbessern.

Aber ich glaube auch, dass wir diese Entwicklung nicht nur technisch denken dürfen. Wir müssen sie auch menschlich, gesellschaftlich und moralisch mitreflektieren.

Für mich bleibt KI deshalb beides zugleich:
Werkzeug und Weckruf.
Sie eröffnet neue Möglichkeiten. Sie fordert uns aber auch heraus, neu über Arbeit, Geschwindigkeit, Qualität, Verantwortung und Menschlichkeit nachzudenken.

Mich würde deshalb sehr interessieren, wie andere das sehen:
Erleben Sie KI vor allem als Entlastung, als Beschleuniger – oder bereits als neuen Druckfaktor?

Messekongress Leipzig 2026: Mein Rückblick auf Fachvortrag, Austausch und neue Impulse für die Schadenregulierung

Die vergangenen Tage rund um den Messekongress der Versicherungsforen Leipzig waren für mich weit mehr als ein regulärer Termin im Kalender. Sie standen für fachlichen Austausch, neue Perspektiven, wertvolle Rückmeldungen und zukunftsorientierte Gespräche innerhalb der Versicherungs- und Sachverständigenbranche.

Für mich als Baugutachter und Sachverständiger für versicherte Sach- und Haftpflichtschäden an Gebäuden war der Kongress erneut ein Ort, an dem deutlich wurde, wie wichtig fachliche Tiefe, respektvoller Dialog und ein gemeinsamer Blick nach vorn für die Zukunft der Gebäudeversicherung, Schadensbewertung und Schadenregulierung sind.

Fachlicher Austausch auf hohem Niveau

Besonders wertvoll waren für mich die vielen Gespräche mit Fachleuten, Entscheidern und langjährigen Wegbegleitern. Solche Veranstaltungen zeigen immer wieder, dass sich tragfähige Entwicklungen nicht allein aus Vorträgen ergeben, sondern vor allem aus dem offenen Austausch danach.

Gerade in einer Branche, die sich zwischen steigenden Schadenquoten, komplexeren Schadenbildern, regulatorischen Anforderungen und technischem Wandel bewegt, braucht es aus meiner Sicht mehr denn je Menschen und Unternehmen, die nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten wollen.

Zukunftsorientierte Gespräche mit Sedgwick

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Gespräche mit Oliver Sager von Sedgwick. Dort wurden aus meiner Sicht sehr klare und zukunftsorientierte Gedanken angestoßen, die mögliche Seminarinhalte, Kooperationsansätze und fachliche Weiterentwicklungen betreffen.

An dieser Stelle möchte ich bewusst nicht ins Detail gehen. Solche Themen sollten immer vom jeweiligen Unternehmen selbst kommuniziert werden. Was ich jedoch sagen kann: Wenn Gespräche von Weitblick, Struktur und echtem Gestaltungswillen geprägt sind, dann ist das ein starkes Signal für die Zukunft der Branche.

Vertrauen und langjährige Zusammenarbeit mit DEKRA

Ein besonderer Dank gilt auch meiner DEKRA-Familie, mit der mich seit vielen Jahren ein vertrauensvoller fachlicher Austausch verbindet. Stellvertretend möchte ich Barbara Ritter nennen, der ich für das langjährige Vertrauen in meine sachverständige Arbeit und die regelmäßig beauftragten Schulungsvorträge sehr dankbar bin.

Vertrauen entsteht nicht durch große Worte, sondern durch Verlässlichkeit, Respekt und einen professionellen Umgang miteinander. Genau das ist für mich ein wesentlicher Bestandteil langfristiger Zusammenarbeit in der Versicherungs- und Regulierungswelt.

Ebenso habe ich mich über das Wiedersehen mit Helge Wiegand gefreut, den ich bereits auf früheren Regio-Tagungen als sehr zugewandten und wertschätzenden Gesprächspartner kennenlernen durfte. Solche Begegnungen bestärken mich in dem Eindruck, dass fachliche Qualität und Menschlichkeit auch künftig eine tragende Rolle spielen können und sollten.

Wertschätzendes Feedback aus dem Umfeld von expira

Sehr gefreut haben mich auch die Begegnungen mit dem Team von expira. Besonders hervorheben möchte ich Hanno Schmidt, Matthias Vollmer und Oleg Dyck. Das Team hatte sich bereits im Rahmen einer vorausgegangenen Inhouse-Schulung intensiv mit unserem Seminar zum Drohneneinsatz und zur Schadensbewertung im Dachbereich auseinandergesetzt und dieses fachlich sehr positiv bewertet.

Gerade diese Form der sorgfältigen, kritisch-prüfenden und zugleich wertschätzenden Auseinandersetzung hat für mich einen hohen Stellenwert. Denn echte Qualität entsteht nicht dort, wo Inhalte nur freundlich bestätigt werden, sondern dort, wo sie fachlich geprüft und anschließend belastbar eingeordnet werden.

Dank an die Versicherungsforen Leipzig

Ein ebenso großer Dank gilt dem Team der Versicherungsforen Leipzig, insbesondere Silvana Nenz, Juliane Fischer, Franz Gündel, Diana Boduch und vielen weiteren Beteiligten. Die Veranstaltung war aus meiner Sicht nicht nur organisatorisch stark, sondern vor allem auch inhaltlich relevant und hochwertig.

Nach dem Fokustag „Gebäudeversicherung“, den ich fachlich sehr empfehlen kann, war es für mich eine besondere Freude, erneut mit einem Fachvortrag auf dem Messekongress vertreten zu sein. Dieses Vertrauen ist für mich alles andere als selbstverständlich.

Warum kritisches Feedback so wichtig ist

Besonders gefreut hat mich auch das Feedback von Erik Thees. Wenn ein fachlich versierter Kollege einen Vortrag aufmerksam prüft, kritisch begleitet und anschließend positiv einordnet, ist das für mich weit mehr als ein Kompliment. Es ist ein Hinweis darauf, dass der Austausch inhaltlich Substanz hatte.

Genau so verstehe ich Fachlichkeit: nicht als statischen Zustand, sondern als fortlaufenden Entwicklungsprozess. Wissen gewinnt erst dann an Qualität, wenn es hinterfragt, geprüft und im Gespräch weiterentwickelt wird.

Gerade im Bereich Schadensbewertung, Regulierungspraxis und Gebäudeversicherung ist diese Haltung aus meiner Sicht unverzichtbar. Denn nur so entstehen belastbare Einschätzungen, die über bloße Meinungen hinausgehen.

Gespräche mit Versicherern und Blick in die Zukunft

Zum starken Abschluss gehörten für mich auch die Gespräche mit Versicherern, unter anderem mit Tobias Sechelmann von der AXA sowie mit Uwe Ziegler von der LVM Versicherung. Auch dort wurde deutlich: Die Branche ist in Bewegung.

Themen wie Schadenprävention, effizientere Prozesse, technische Einordnung komplexer Schadenbilder, digitale Dokumentation und zukunftsfähige Zusammenarbeit werden in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Ich freue mich darauf, meinen Beitrag dazu zu leisten – durch Fachvorträge, Seminare, fachliche Impulse und praktische Lösungen aus dem Sachverständigenwesen.

Besuch bei RTL Radio Deutschland und Podcast-Einblicke

Ein persönliches Highlight war für mich außerdem der Besuch im Studio bei RTL Radio Deutschland, im HWS-Podcast sowie bei johnjamfm und Äxxi. In lockerer Atmosphäre über meinen beruflichen Werdegang, die tägliche Praxis und meine Sicht auf die Branche sprechen zu können, war für mich ein gelungener und runder Abschluss intensiver Tage.

Solche Gespräche bieten die Möglichkeit, Fachthemen einmal aus einer anderen Perspektive zu vermitteln: verständlich, nahbar und dennoch inhaltlich klar.

Mein Fazit zum Messekongress Leipzig 2026

Ich nehme aus diesen Tagen nicht nur neue Kontakte mit, sondern vor allem neue Energie, neue Denkanstöße und die Bestätigung, dass gute Zusammenarbeit immer dort beginnt, wo Fachlichkeit, Respekt und Zukunftsorientierung zusammenkommen.

Der Messekongress hat für mich erneut gezeigt, dass die Versicherungs- und Sachverständigenbranche vor wichtigen Entwicklungen steht. Wer diese Entwicklungen sinnvoll begleiten will, braucht nicht nur Erfahrung und Fachwissen, sondern auch Offenheit für Austausch, Kritik und Veränderung.

Dafür bin ich dankbar.

Danke an alle, die diese Tage durch Gespräche, Rückmeldungen und Vertrauen so besonders gemacht haben.

Wenn dein Tagesgeschäft plötzlich begleitet wird: Meine Drehtage mit filmreifTV

Manche Anfragen merkt man sofort: Die kommt nicht, weil du „irgendwas“ kannst – sondern weil du als Fachmann auffällst.
So war es auch bei mir.

Ich bin Baugutachter und Immobiliensachverständiger. Ich begleite Menschen und Unternehmen, wenn es unübersichtlich wird: wenn Fragen im Raum stehen, wenn Entscheidungen teuer werden können – und wenn jemand gebraucht wird, der ruhig bleibt, sauber prüft und Klartext spricht.

Und dann kam irgendwann die Anfrage von Hanna Adugna: Ob ich mir vorstellen könnte, im Rahmen eines TV-Projekts in meinem Tagesgeschäft begleitet zu werden – gemeinsam mit filmreifTV.

Ich gebe zu: Mein erster Gedanke war nicht „Oh wie glamourös“.
Mein erster Gedanke war: „Wie soll das funktionieren?“

Denn mein Alltag ist nicht „Kamera an, Bühne frei“.
Mein Alltag ist: ansehen, messen, bewerten, erklären – und zwar so, dass es verständlich, nachvollziehbar und fair bleibt.

Und genau da beginnt das Spannende.

Berlin. Innenstadt. Und plötzlich schauen alle.

Einer der Drehtage führte uns direkt nach Berlin – mitten in die City.
Wer Berlin kennt, weiß: Selbst wenn man dort versucht, unauffällig zu sein… gelingt das selten.

Wir haben Einspieler gedreht, mitten im Trubel.
Und auf einmal stehst du da, machst „dein Ding“ – und merkst: Die Augen sind auf dich gerichtet. Nicht nur die vom Team, sondern von Menschen, die vorbeigehen, stehenbleiben, gucken.

Für jemanden wie mich, der sonst lieber auf den Konstruktionsbereich schaut als in eine Linse, ist das… nennen wir es: eine neue Disziplin.

Ich kann fachlich sauber erklären – aber im Alltag erkläre ich dem Menschen neben mir, direkt am Objekt.
Beim Dreh ist es anders: Du sollst präsent sein, klar sein, dabei natürlich bleiben – und gleichzeitig passieren 20 Dinge parallel: Ton, Licht, Perspektive, Wiederholung, Timing.

Berlin war einer dieser Momente, wo ich dachte:
„Okay Stefan, du bist heute nicht nur Sachverständiger – du bist auch Teil einer Inszenierung. Und du musst lernen, das auszuhalten, ohne dich zu verbiegen.“

Der ungewohnte Teil: Körpersprache, Blick, Worte

Was mich am meisten überrascht hat: Nicht das Equipment. Nicht die Organisation.
Sondern die Feinheiten.

Zum Beispiel:

Im normalen Alltag schaue ich nicht in eine Kamera, wenn ich etwas erkläre.
Ich schaue auf das, worüber ich spreche. Auf den Bereich, um den es geht. Auf Details.

Beim Dreh kommt dann so etwas wie:
„Bitte nochmal – aber diesmal mit Blick zur Kamera.“

Und du merkst plötzlich, wie ungewohnt das ist.
Denn fachliche Erklärung lebt von Bezug: von dem, worauf man zeigt, was man beschreibt, wie man es einordnet.

Dann gibt es noch die Sprache.

Ich nutze im Alltag ganz selbstverständlich Sätze wie:

„Wie ich eben schon sagte…“
„Wie bereits telefonisch besprochen…“

Nur: Der Zuschauer war bei diesem „eben“ nicht dabei.
Und das Telefonat hat er auch nicht geführt.

Also wird dir klar: Beim Dreh musst du so sprechen, als wäre alles neu – selbst wenn du es gerade zum dritten Mal erklärst. Und du musst dabei trotzdem echt bleiben.

Und dann kommt die nächste Herausforderung:
Du verlierst schnell den Überblick.

Was wollte ich wann wo wie sagen?
Habe ich das schon erklärt?
Warum möchte der Chefautor die Aussage nochmal – nur in einem anderen Setting?

Ganz ehrlich: In solchen Momenten fragt man sich irgendwann innerlich:
„Habe ich das nicht schon dreimal gesagt – und zwar exakt so?“

Wiederholen, neu denken – und trotzdem du selbst bleiben

Hier muss ich dem Team wirklich Respekt zollen.

Denn was ich immer wieder gemerkt habe: Der Chefautor Dany wusste ganz genau, was er tat.
Was er brauchte. Was er wollte. Und warum.

Ich glaube, manchmal auch zum Leid der Kamera- und Tonleute – denn Wiederholungen sind für alle anstrengend.
Aber genau da merkst du: Das ist kein „mal eben mitlaufen“. Das ist präzise Arbeit.

Und du als „Hauptdarsteller“ (ja, so fühlt es sich in dem Moment an) musst lernen, zwei Dinge gleichzeitig zu schaffen:

  1. konstant fachlich sauber bleiben,

  2. und dabei kameratauglich sprechen, stehen, reagieren.

Das klingt leichter, als es ist.

Körperlich fordernd – und am Ende komplett platt

Was viele unterschätzen: Solche Drehtage ziehen sich.
Nicht „eine Stunde, ein paar Shots, fertig“. Sondern oft über den gesamten Tag.

Du bist die ganze Zeit „an“.
Du achtest auf Sprache, Haltung, Präsenz. Du wartest, du wiederholst, du konzentrierst dich.
Und am Ende merkst du: Das war nicht nur mental – das war körperlich.

Ich war nach dem Drehtag wirklich platt.
Komplett.

Aber gleichzeitig war da dieses Gefühl:
„Das war außergewöhnlich. Das erlebt man nicht jeden Tag.“

Skurrile Momente – und die Frage: Wie reagierst du richtig?

Und dann gibt es diese Situationen, die du nicht planst.

Ein Moment ist mir besonders hängen geblieben:
Eine Kundin aus Hamm brach in Tränen aus, weil ihr die Situation emotional sehr nah ging.

Und plötzlich stehst du da – als Mensch und als Sachverständiger – und stellst dir Fragen, die du im Alltag in dieser Form nicht hast:

  • Tröstest du?

  • Hältst du Abstand?

  • Darf man jemanden in den Arm nehmen, wenn gerade gedreht wird?

  • Was ist professionell – und was ist menschlich notwendig?

Mein Instinkt war klar: Menschlich reagieren.
Aber in der Situation merkst du: Da läuft gerade mehr als nur ein Gespräch. Da läuft ein Dreh. Da gibt es Absprachen, Rollen, Verantwortlichkeiten.

Das sind die Momente, in denen man realisiert:
Ein TV-Projekt ist nicht nur „Kamera läuft“.
Es ist eine eigene Welt – mit eigenen Regeln, die du erst beim Mitmachen wirklich verstehst.

Die größte Spannung: Was wird am Ende daraus?

Nach so vielen Szenen, Wiederholungen, Perspektiven und Momenten kommt bei mir vor allem eins:
Spannung.

Was wird daraus gemacht?
Was wird gezeigt?
Wie wird es dargestellt?

Denn du bist zwar dabei – aber du siehst nicht das Gesamtbild.
Du siehst nur einzelne Teile. Und das Endprodukt entsteht später.

Was ich aber jetzt schon sagen kann:
Diese Begleitung hat mir nochmal deutlich gemacht, wie viel in meinem Alltag eigentlich passiert – und wie viel davon man erst erkennt, wenn man gezwungen ist, es anders zu erklären.

Und auch wenn wir inhaltlich aktuell noch nichts vorwegnehmen dürfen:
Ich freue mich auf den Moment, an dem wir mehr dazu sagen können – mit dem offiziellen Okay.

Danke an filmreifTV – und ein Hinweis für Betroffene

Ein großes Dankeschön geht an filmreifTV und auch Oliver Gäbel sowie unserem Dany – für die professionelle Begleitung, die Geduld und den Blick fürs Detail.
Und ja: Auch dafür, mich immer wieder in Situationen zu bringen, die sich erst „befremdlich“ anfühlen – und dann genau deshalb wachsen lassen.

Wenn du aktuell von Bauschäden, Baumängeln oder unklaren Situationen am Gebäude betroffen bist und eine fachlich saubere Einschätzung brauchst:
Du kannst dich gerne bei mir melden.

Und wenn du unabhängig davon ein Anliegen hast, bei dem du glaubst, dass es in dieses TV-Projekt passen könnte:
Auch dann kannst du dich – je nach Thema und Rahmen – gern bei mir oder direkt bei filmreifTV melden.
(Alles Weitere nur im zulässigen Rahmen und nach Abstimmung.)

Mehr Einblicke folgt, sobald wir es dürfen.

Hausbrand in der Silvesternacht in Hagen – rechtliche und versicherungstechnische Einordnung

Brandereignis durch Silvesterfeuerwerk: Was ist passiert?

In der Silvesternacht kam es in Hagen zu einem größeren Brandeinsatz, über den auch die öffentliche Berichterstattung ausführlich informiert hat.
Nach bisherigen Erkenntnissen und Medienangaben wurde der Brand vermutlich durch eine fehlgeleitete Silvesterrakete verursacht, die in einen Baum einschlug. Von dort aus entwickelte sich ein Feuer, das sich unkontrolliert ausbreitete und schließlich auf angrenzende Gebäude übergriff.

Solche Schadenbilder sind insbesondere rund um den Jahreswechsel keine Seltenheit – die versicherungsrechtliche Bewertung ist jedoch häufig komplex und wird von Betroffenen oft missverstanden.

Wann liegt versicherungsrechtlich ein „Brand“ vor?

Nach den Allgemeinen Wohngebäudeversicherungsbedingungen, insbesondere den Musterbedingungen 2022 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), liegt ein versicherter Brand dann vor, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • 🔥 Das Feuer ist ohne bestimmungsgemäßen Herd entstanden
    oder

  • 🔥 Das Feuer hat den bestimmungsgemäßen Herd verlassen

  • 🔥 Das Feuer war in der Lage, sich aus eigener Kraft auszubreiten

Genau diese Kriterien sind bei vielen Feuerwerksschäden in der Silvesternacht erfüllt – insbesondere dann, wenn Raketen oder Batterien unkontrolliert in Bäume, Dächer oder Fassaden einschlagen.

👉 Ein Brand, der sich eigenständig weiterentwickelt und nicht mehr kontrollierbar ist, fällt grundsätzlich unter den versicherten Brandbegriff der Wohngebäudeversicherung.

Einordnung des Schadensfalls in Hagen

Überträgt man diese versicherungsrechtlichen Kriterien auf den Brandfall in Hagen, ergibt sich folgende sachverständige Bewertung:

  • Die Silvesterrakete stellt keinen bestimmungsgemäßen Herd dar

  • Der Brand entstand außerhalb einer vorgesehenen Feuerstätte

  • Das Feuer konnte sich selbstständig ausbreiten (Baum → Gebäude → Nachbargebäude)

➡️ Damit handelt es sich nach den GDV-Musterbedingungen um einen versicherten Brand im Sinne der Wohngebäudeversicherung – vorbehaltlich der individuellen Versicherungsbedingungen.

Warum der Blick in die eigenen Versicherungsbedingungen entscheidend bleibt

Auch wenn sich die meisten Versicherungsgesellschaften an den GDV-Musterbedingungen orientieren, gilt:

📌 Maßgeblich sind immer die vertraglich vereinbarten Versicherungsbedingungen.

Abweichungen sind möglich, wenn auch in der Praxis eher selten. Daher sollte jeder betroffene Eigentümer:

  • seine konkreten Vertragsbedingungen prüfen

  • oder diese durch einen Sachverständigen oder Fachberater einordnen lassen

Verursacher bekannt? Warum das für Versicherte wichtig ist

Ist der mutmaßliche Verursacher des Brandes bekannt oder zumindest eingrenzbar, sollte diese Information unbedingt dem Gebäudeversicherer mitgeteilt werden.

Der Hintergrund ist versicherungstechnisch äußerst relevant:

🔄 Abtretung von Haftungsansprüchen

In der Regel tritt der Versicherungsnehmer seine möglichen Haftungsansprüche gegen den Verursacher an die Wohngebäudeversicherung ab.

Das ist aus Sicht des Geschädigten sinnvoll, denn:

  • 🏠 Wohngebäudeversicherung reguliert meist zum gleitenden Neuwert

  • 👤 Private Haftpflichtversicherung ersetzt in der Regel nur den Zeitwert

➡️ Für den Geschädigten bedeutet das regelmäßig eine deutlich bessere Schadenregulierung, wenn zunächst über die Gebäudeversicherung abgewickelt wird.

Typische Fehler nach Feuerwerksschäden

Aus der Praxis lassen sich immer wieder dieselben Fehler beobachten:

  • ❌ vorschnelle Schuldzuweisungen

  • ❌ unvollständige Schadenmeldungen

  • ❌ fehlende technische Ursachendokumentation

  • ❌ Verzicht auf sachverständige Unterstützung

Gerade bei Brandschäden mit möglicher Drittverursachung ist eine fachlich fundierte Schaden- und Ursachenanalyse entscheidend.

Fazit: Sachliche Bewertung statt Vermutung

Der Brand in der Silvesternacht in Hagen zeigt exemplarisch, wie schnell aus einem Feuerwerkskörper ein erheblicher Gebäudeschaden entstehen kann.
Versicherungsrechtlich handelt es sich in solchen Fällen häufig um gedeckte Brandschäden, sofern die Voraussetzungen der Bedingungen erfüllt sind.

👉 Nicht die Vermutung entscheidet, sondern die fachliche Bewertung.
👉 Nicht der Knall, sondern die Ursache und Ausbreitung des Feuers.


Hinweis des Sachverständigen

Jeder Schadenfall ist individuell zu bewerten. Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar, sondern dient der sachverständigen und versicherungstechnischen Einordnung.

Fachlicher Austausch mit Zukunft: Zusammenarbeit mit dem Kunststoff Institut Lüdenscheid

Der heutige Termin bei der KIMW Prüf- und Analyse GmbH / Kunststoff Institut Lüdenscheid markiert einen wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung meiner fachlichen Arbeit.

Ausgangspunkt des Austauschs war mein bereits 2024 veröffentlichter Fachartikel beim Fraunhofer IRB Verlag zum Thema hagelbedingte und nicht hagelbedingte Schäden an Kunststoffstegkammerplatten. Die zugehörige fachliche Verteidigung ist ausgearbeitet und wird dem Verlag in Kürze angeboten.

Darüber hinaus wurden gemeinsame Perspektiven für:

  • materialtechnische Schadensanalysen und Laboruntersuchungen,

  • Sensorik- und Monitoringlösungen im Rahmen der digitalen Gebäudeakte,

  • sowie interdisziplinäre Forschungs- und Praxisprojekte mit Versicherungsbezug
    konkret diskutiert.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah nutzbar zu machen und gleichzeitig neue Bewertungs- und Dokumentationsstandards zu entwickeln.

Abgerundet wurde der Termin durch eine ausführliche Führung durch das Institut, die eindrucksvoll zeigte, wie moderne Prüftechnik, Forschung und angewandte Materialkunde ineinandergreifen.

Auch eine zukünftige Zusammenarbeit im Seminar- und Weiterbildungsbereich wurde perspektivisch vereinbart.

Diese Kooperation steht für fachliche Tiefe, gegenseitige Wertschätzung und einen klaren Blick nach vorn.